Wichtige Hinweise!

Diese Liste ist NICHT vollständig, es gibt noch viele weitere Futterquellen und giftiges/ungeeignetes Futter für Schildkröten und Reptilien!

Wildpflanzen Bitte sammeln Sie Wildkräuter niemals an stark befahrenen Strassenrändern, gedüngten Wiesen und anderen Plätzen von denen Sie nicht wissen wie der Boden vorbelastet ist!
Salate Salate stehen auf der Seite des Futters, das eher selten gegeben werden sollte. Bitte waschen Sie, sofern Sie Salate füttern, diesen IMMER sehr gut ab! Am besten ist es, wenn er anschliessend auch noch in der Salatschleuder "getrocknet" wird. Salat enthält so viel Wasser, dass es wirklich ratsam ist, ihn den Tieren so gut wie möglich "trocken" zu geben.
Am Kot der tropischen Landschildkröten kann man sehr schön sehen, wenn die Salate bekommen haben, der Kot verliert dann immer schnell seine feste Konsistenz und wird je nach menge des gefütterten Salates zusehends wässriger.
Unser Tipp:
Salate in der Winterzeit für tropische Arten ja, weil es da nicht so viel draussen zu ernten gibt, aber so früh als möglich wieder auf gesünderes Futter umschwenken. In der Winterzeit ordentlich Heu und z.B. Agrobs untermischen, damit der Ballaststoffanteil in dieser Zeit erhöht wird!
Zimmerpflanzen Bitte lassen Sie die frisch gekauften Zimmerpflanzen zuerst einmal für ca. 6 Monate (lieber länger) außer Reichweite der Schildkröten.
Die meisten gekauften Pflanzen sind gedüngt und/oder gespritzt.
Damit den Schildkröten kein Unheil widerfährt empfiehlt es sich diese Quarantänezeit einzuhalten, damit die Nährstoffe und Spritzmittel zuerst abgebaut werden können, bevor die Schildkröten von dem *Futter* erhalten.
Büsche/Sträucher Sie dienen in erster Linie als Schattenspender in den Gehegen.
Giftige Pflanzen Bei den giftigen Pflanzen sind noch nicht genügend wissenschaftliche Studien vorhanden um eine Pflanze als wirklich giftig für Schildkröten einzustufen.
Die von uns ausgewiesenen Giftpflanzen beschränken sich auf die Giftigkeit beim Menschen und einigen Vergiftungsfällen bei Schildkröten. Der Stoffwechsel eines wechselwarmen Tieres kann mit Sicherheit nicht direkt mit dem eines Warmblüters und/oder Säugers verglichen werden, aber so lange es noch keine wissenschaftlichen Studien und Abhandlungen zum Thema Gift und Schildkrötengibt, so lange sollten wir so weit wie möglich auf der sicheren Seite bleiben. Es gibt so viele geeignete Futterpflanzen, da kann man auf die paar *zweifelshaften* doch bestimmt verzichten:-) 
Ob und wie die einzelnen Pflanzen auf Reptilien wirken, das kann im Moment noch niemand mit Gewißheit sagen . aber .. wer will das schon an seinen eigenen Tieren ausprobieren? 

Hinweis von Sabine Willig:

Allgemeines zu Giftpflanzen: Es wird immer wieder berichtet, daß eine Schildkröte in der Natur Aronstab, Schöllkraut und andere giftige Pflanzen gefressen und es ihr nicht geschadet hat. Wenn im Freigehege solche Pflanzen wachsen und die Tiere selbst entscheiden können, ob sie sie fressen wollen oder nicht, ist es in Ordnung. Sie wissen was ihnen gut tut. Im Terrarium sind die Futterpflanzen meistens vermischt, das Tier hat Hunger und Langeweile und frißt so vieles, was sie draußen nie fressen würde.

Mein Vorschlag also: Füttert nur bekannte ungiftige Pflanzen, lasst aber im Freigehege auch die Pflanzen stehen, von denen ihr glaubt, daß sie giftig sind. Natürlich würde ich nicht bewußt eine giftige Pflanze ins Freigehege setzen, aber Hahnenfuß z. B. kommt alleine und dieser gilt auch für Säugetiere als giftig.

Auf jeden Fall muß vermieden werden, daß die Kröten an Eibe, Tollkirsche, Fingerhut und Maiglöckchen herankommen.

 

Pilze Pilze enthalten Purine, die wiederum in Harnsäure umgewandelt werden. 
Pilze sollten nur zwischendurch mal angeboten werden und das auch nur den Schildkrötenarten, die auch in freier Natur Zugang zu solchen haben.
Obst Obst sollte wirklich nur den Schildkrötenarten angeboten werden, in deren Habitat auch Obst vorkommt und sie es in der Natur dementsprechend auch finden könnten. Bei allen  anderen Schildkrötenarten ist Obst tabu!
Futtertiere

Lebende, zappelnde Futtertiere werden besonders gerne angenommen. Durch das Jagen kommt Abwechselung in den Tagesablauf, und fördert die Beweglichkeit und Instinkte. Einige Schildkröten (z.B. Terrapene) lauern den Futtertieren wie Katzen auf, um dann blitzschnell los zuschlagen.

Je nach Fütterung haben die gleichen Futtertiere unterschiedliche Inhaltsstoffe. Nur mit Abwechselungsreichem, frischem Futter versorgte Futtertiere, können auch gute Futtertiere sein. Bei Calcium- oder Vitaminmangel in der Nahrung der Futtertiere, kann das Futtertier davon auch nichts in sich haben.

Futterinsekten müssen Kostengünstig sein, weshalb sie in der Regel mit günstigen fett- und proteinreichen Mastfuttermitteln aufgezogen werden. Deshalb sollten gekaufte Futtertiere (etwa 2 Tage besser 2 Wochen lang) vor ihrer Verfütterung mit hochwertigen Futtermitteln, z.B. mit Wildkräutern, diversen Gemüse, Keimlinge, Müsli, Haferflocken, Kinderbrei, Obst, verschiedenen Kleiesorten und Vitamin- Kalkmischungen veredelt werden, um ihren Fett- und Eiweißgehalt zu senken und den Vitamingehalt zu steigern.

Insekten sind wertvolles Futter. Es hat viele Ballaststoffe, und der Margen- Darminhalt verfügt je nach Fütterung noch über zusätzliche Vitamine.

Verschiedene Sorten Futtertiere erhält man inzwischen im Zoofachhandel mit Reptilienabteilung oder können im Abonnement regelmäßig bestellt werden, mittlerweile sogar über das Internet.

Die Eigenzucht vieler gängiger Futtertiere ist recht einfach und oft sehr ergiebig. Durch Eigenfütterung weiß man auch genau, was in ihnen steckt. Die Zucht lohnt sich aber erst, bei einer bestimmten Anzahl von Pfleglingen.


Im Freiland gefangene Futtertiere (Wiesenplankton)

In den warmen Monaten bietet es sich an Futtertiere im Freiland zu fangen. Fütterungen mit Freilandfängen sind preiswert und abwechselungsreich. Die Tiere sind von Natur aus richtig, mit genügend Vitaminen und Mineralien ernährt und sind somit ein sehr gutes Futter. Auch konnten diese Futtertiere durch das Sonnenlicht das Vitamin D umwandeln, und enthalten somit auch das Vitamin D3.

Unbedingt darauf zu achten ist, dass die Tiere in unbelasteter Umgebung frei von Umweltgiften und fern vom Straßenverkehr gefangen werden. Gefangen und verfüttert sollen nur Tiere, von denen man weiß, dass sie keine Gefahr für die Schildkröten sind. Gefährlich wird ein Futtertier, wenn es sich durch Stiche oder Bisse wehren kann oder selber giftig ist.

Viele Insekten sind mittlerweile durch das Artenschutz geschützt, was zusätzlich beachtet werden muss. Diese Insekten dürfen nicht verfüttert werden. Auch dürfen keine Insekten in Schutzgebiete gefangen werden. Auskunft darüber gibt die Gemeinde- oder Stadtverwaltung.

Bitte füttern Sie NIEMALS eine Pflanzenart ausschliesslich! 
Schildkröten sind auf eine abwechslungsreiche Nahrungspalette angewiesen!
Also immer mehrere Futterpflanzen anbieten und nicht auf eine oder eben wenige spezialisieren.
Je grösser die Auswahl, desto gesünder die Ernährung, weil durch die Vielfalt ein ausgewogenes Verhältnis der notwendigen Spurenelemente, Ballaststoffe und Vitamine erreicht werden kann.

Die Inhaltsstoffe der einzelnen Pflanzen  unterliegen einer jahreszeitlichen Schwankung. Je nach Lebensabschnitt der Pflanze werden auch oftmals unterschiedliche Geschmäcker festgestellt.

Man sollte sich bewusst machen, dass es sich bei den Zeigerwerten um eine relative Abstufung nach dem Schwergewicht des Auftretens im Gelände handelt. Auf keinen Fall bezeichnen die Zeigerwerte die Ansprüche der Pflanzen an den betreffenden Umweltfaktor. Viele Arten sind durch Konkurrenten auf sehr saure, trockene und /oder stickstoffarme Standorte abgedrängt worden, obwohl sie auf weniger sauren Böden sowie bei mittlerer Mineralstoffversorgung bestens gedeihen. Sie ertragen extreme Bedingungen nur besser als andere Arten, die ihnen auf günstigen Standorten durch höheren und rascheren Wuchs überlegen sind.
Man kann davon ausgehen, dass der N-Gehalt in den Pflanzen mit diesen Zeigerwerten gleichgestellt sind.

Da auf dieser Seite Mitglieder und Verfasser auch nur aus bestem Wissen und Gewissen schreiben, was und wie sie ihre Schildkröten füttern, kann keine Garantie der Unschädlichkeit übernommen werden!
Jeder Pfleger von Schildkröten sollte wissen, dass wir alle noch sehr am Anfang stehen, was die richtige Fütterung dieser Tiere betrifft. Wir wollen hier lediglich eine Zusammenfassung dessen bieten, was wir unseren Tieren anbieten und von was wir ausgehen, dass es ihnen nicht schaden sollte.
Da im Zusammenhang mit Schildkröten Gruppierungen wie "Giftigkeit" und "Verträglichkeit" noch kaum erforscht sind, kann eine Garantie dieser Eigenschaften hier auch nicht gegeben werden.

Da keiner von uns Schreibern der Artikel dieser Site eine Information vorliegen hat inwieweit irgendwelche vorgestellten Pflanzen/Futterhinweise in irgendwelcher Weise für die Schildkröten giftig sein könnten, möchten wir uns hiermit von einer Garantie der Ungiftigkeit und Unschädlichkeit distanzieren! Eine Fütterung und Verabreichung der vorgestellten Pflanzen/Futtertipps ist also eigene Ermessenssache und geschieht auf eigene Verantwortung des Halters.

Die Werte der Inhaltsstoffe stammen größtenteils von James A. Duke
Zeigerwerte von Pflanzen in Mitteleuropa von Heinz Ellenberg, SCRIPTA GEOBOTANICA XVIII
Keine Gewähr für die angegebenen Werte der Inhaltsstoffe.
Keine Haftung für Tippfehler und Irrtümer!

Hier noch ein sehr interessanter und hilfreicher Link zur Schädlingsbekämpfung auch auf natürliche Art und Weise.